Ein wenig peinlich berührt war ich, als ich, vor meinem Briefwahlbogen sitzend, nicht mehr ganz so sicher war, für was die Erst- und Zweitstimme steht.

Daher recherchierte ich:

Erststimme

Mit der Erststimme wähle ich eine*n Kandidat*in aus meinem Wahlkreis. Diese haben sich in den letzten Wochen oder werden sich noch persönlich auf verschiedenen Veranstaltungen vorstellen. Das sind auch die, die sich meine Sorgen und Nöte anhören dürften, würde ich in die Bürger*innensprechstunde gehen. Die Person, die die meisten Erststimmen im Wahlkreis erhält, bekommt ein Direktmandat für den Bundestag (die anderen gehen leer aus). So kommen 299 Abgeordnete in den Bundestag und jede Region ist vertreten – auch wenn vielleicht nicht von der Partei, die ich gerne hätte.

Wen wählen – Direktkandidat*in?

Auf der Internetseite kandidatencheck können die im eigenen Wahlbezirk zur Wahl Stehenden näher beleuchtet werden. Die „Mutterseite“ abgeordnetenwatch.de gab den Kandidierenden die Möglichkeit, sich zu einigen redaktionell erstellten Thesen zu äußern und eine Position zu beziehen, die ich mit meiner vergleichen kann. Die Bandbreite der Thesen geht von „Die Politik soll festlegen, wie viele Flüchtlinge Deutschland jedes Jahr aufnimmt.“ über „Die Kitabetreuung von Kindern soll grundsätzlich kostenlos sein.“ bis zu „Der Besitz und Anbau von Cannabis soll legalisiert werden.“.

Zweitstimme

Die Zweitstimme entscheidet, wie gesagt, über das Mehrheitsverhältnis im Bundestag, also darüber, wie viele der 598 Sitze eine Partei erhält – wenn sie 5 % der Stimmen („Fünf-Prozent-Hürde“) oder drei Wahlkreise gewonnen hat. Hier entscheide ich mich nicht für eine Person, sondern für die Landesliste einer Partei. Auf dieser stehen die Kandidierenden, die nach Berlin gesandt werden sollen.

Beispiel: Hat eine Partei 30 % der Zweitstimmen gewonnen, erhält sie mindestens 30 % der Sitze im Bundestag. Diese werden zuerst gefüllt mit den Direktkandidat*innen (Erststimme), dann folgen die Kandidierenden der Landeslisten (Zweitstimme).

Wen wählen – Partei?

Hilfe bei der Wahlentscheidung bieten:

  • der recht bekannte Wahlomat, bei dem die Parteien Thesen bewerteten
  • die Internetseite deinwal.de, auf der meine Meinung verglichen wird mit den Abstimmungsentscheidungen der Parteien aus dem Bundestag
  • der Sozial-O-Mat von der Diakonie, bei dem besonders soziale Themen betrachtet werden; besonders interessant ist hier das Tool, das mich durch persönliche Geschichten erfahren lässt, wie sich meine Wahlentscheidung auf das Leben anderer auswirkt

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